Contract Cheating in Zahlen: der Forschungsstand
Die Contract Cheating Statistik zeigt, wie viele Studierende betrügen: In klassischen Selbstauskünften liegt der Anteil bei rund 3,5 Prozent, mit anreizbasierten Methoden bei etwa 8 Prozent oder höher. Über verschiedene Studien und Verfahren ergibt sich eine Spanne von ungefähr 3 bis 11 Prozent; die tatsächliche Dunkelziffer dürfte darüber liegen.
Wie verbreitet Contract Cheating tatsächlich ist, lässt sich nicht mit einer einzigen festen Quote beantworten. Die Forschung misst ein verborgenes und sozial unerwünschtes Verhalten, bei dem direkte Befragungen besonders anfällig für unvollständige Angaben sind. Deshalb hängt die ermittelte Ghostwriting-Prävalenz stark von der Definition, der Stichprobe und der verwendeten Erhebungsmethode ab.
Die Contract Cheating Statistik muss daher als Spannbreite gelesen werden. Rund 3,5 Prozent bilden den unteren, durch Selbstauskünfte geprägten Bereich. Anreizbasierte Verfahren kommen auf etwa 8 Prozent, während einzelne Untersuchungen verwandter Verhaltensweisen Werte bis in den niedrigen zweistelligen Bereich ergeben. Die häufig genannte Spanne von 3 bis 11 Prozent ist somit eine Synthese verschiedener Studien und Methoden, nicht das Ergebnis einer einzigen Untersuchung.
Metaanalyse 2017 (Curtis & Clare): rund 3,5 Prozent
Die Metaanalyse zu Contract Cheating von Curtis und Clare aus dem Jahr 2017 fasste fünf Studien zusammen. Im Durchschnitt gaben rund 3,5 Prozent der befragten Studierenden in Selbstauskünften an, Contract Cheating betrieben zu haben. Dieser Wert ist für den Forschungsstand wichtig, weil er mehrere Datensätze bündelt. Er darf jedoch nicht mit der gesamten Spanne von 3 bis 11 Prozent gleichgesetzt werden.
Ein weiterer zentraler Befund betrifft Wiederholungstäter bei Contract Cheating. Mehr als 60 Prozent der Studierenden, die ein solches Verhalten einräumten, hatten es wiederholt gezeigt. Damit verweist die Studie nicht nur auf die Ghostwriting-Prävalenz, sondern auch auf die Verteilung der Fälle: Ein erheblicher Teil entfällt auf Personen, die Contract Cheating nicht als einmaliges Verhalten angaben.
Für die Contract Cheating Statistik bedeutet das, dass die Zahl der betroffenen Studierenden und die Zahl der einzelnen Fälle nicht identisch sind. Wiederholtes Verhalten kann die Gesamtzahl der Verstöße erhöhen, ohne dass der Anteil der beteiligten Personen im gleichen Maß steigt.
Sinngemäß zeigt die Metaanalyse aus fünf Studien: Rund 3,5 Prozent der Studierenden gaben Contract Cheating an; mehr als 60 Prozent der Betroffenen waren Wiederholungstäter. — Curtis & Clare (2017), Journal of Academic Ethics
Rundle, Curtis & Clare 2023: Blick von der anderen Seite
Rundle, Curtis und Clare untersuchten 2023, warum Studierende kein Contract Cheating betreiben. Der Ausgangspunkt ist damit bewusst anders gewählt als bei Studien, die ausschließlich nach bereits begangenen Verstößen fragen. Nahezu 90 Prozent der untersuchten Studierenden engagierten sich nicht in Contract Cheating.
Dieser Befund ist mit einer Prävalenz im niedrigen zweistelligen Bereich vereinbar, stellt aber keine neue Bestätigung der Spanne von 3 bis 11 Prozent dar. Die Studie konzentriert sich auf die Motive und Bedingungen, die Studierende von Contract Cheating abhalten. Ihr Beitrag liegt deshalb vor allem darin, die Perspektive der großen Mehrheit sichtbar zu machen, die eine solche Dienstleistung nicht nutzt.
Auch für die Contract Cheating Statistik ergänzt die Untersuchung die bisherigen Prävalenzdaten, ohne sie zu ersetzen. Sie zeigt, dass Contract Cheating ein Verhalten einer Minderheit bleibt. Zugleich lässt sich aus dem Anteil der Nicht-Nutzenden keine präzise deutsche oder internationale Quote für alle Hochschulen ableiten.
Warum Selbstauskünfte systematisch zu niedrig sind
Contract Cheating ist sozial unerwünscht und kann für Befragte mit Scham, Angst vor Bewertung oder Sorge vor möglichen Konsequenzen verbunden sein. Bei direkten Fragen entsteht deshalb Selbstauskunft Underreporting: Ein Teil der Betroffenen verschweigt das Verhalten oder beantwortet die Frage zurückhaltender, als es der Realität entspricht.
Diese Verzerrung erklärt, warum klassische Selbstauskünfte Werte von rund 3,5 Prozent liefern, während methodisch anders aufgebaute Untersuchungen höhere Ergebnisse zeigen. Besonders relevant ist die einzige belastbare Zahl mit Ehrlichkeitsanreiz (8 %). Bei einem Verfahren, das ehrliche Antworten belohnt, steigt die Schätzung auf etwa 8 Prozent.
Die Contract Cheating Statistik fällt somit nicht deshalb unterschiedlich aus, weil eine einzelne Studie zwingend falsch sein muss. Die Abweichungen entstehen vor allem dadurch, dass verschiedene Verfahren unterschiedliche Teile eines schwer beobachtbaren Verhaltens erfassen. Selbstauskünfte markieren eher den unteren Rand, während anreizbasierte Methoden einen höheren und vermutlich realistischeren Wert liefern können.
Die Spanne von 3 bis 11 Prozent sollte daher nicht als präzise Quote verstanden werden. Sie fasst Ergebnisse zusammen, die unter unterschiedlichen Bedingungen erhoben wurden. Je direkter und sensibler die Frage gestellt wird, desto größer ist das Risiko, dass das tatsächliche Verhalten unterschätzt wird.
Was wir nicht wissen: die Dunkelziffer
Die Dunkelziffer beim Ghostwriting lässt sich bislang nicht exakt bestimmen. Sichere technische Nachweise fehlen, und viele Studien sind auf freiwillige Angaben angewiesen. Dadurch bleiben Fälle unsichtbar, die weder entdeckt noch in Befragungen eingeräumt werden. Die gemessenen Werte bilden daher wahrscheinlich nicht das vollständige Ausmaß ab.
Für Deutschland ist die Unsicherheit besonders groß. Es fehlen belastbare aktuelle Zahlen, die eine eigenständige Contract Cheating Statistik für deutsche Hochschulen ermöglichen würden. Die verfügbaren Werte stammen überwiegend aus internationalen und anglophonen Untersuchungen. Sie liefern einen wichtigen Vergleichsrahmen, dürfen aber nicht automatisch als Deutschlandquote ausgegeben werden.
Zusätzlich müssen Contract Cheating, kommerzielles Ghostwriting und der Einsatz generativer KI begrifflich getrennt werden. Die aktuelle KI-Nutzung Studierender in Deutschland (KI-Monitor 2025) beschreibt ein anderes Untersuchungsfeld. Nicht jede KI-Nutzung ist Contract Cheating, und aus einer KI-Nutzungsquote lässt sich keine belastbare Ghostwriting-Dunkelziffer ableiten.
Die Contract Cheating Statistik erlaubt deshalb nur eine vorsichtige Einordnung: Die tatsächliche Quote dürfte über den niedrigsten Selbstauskunftswerten liegen. Wie groß der Abstand ist, bleibt offen. Eine exakte Zahl wäre wissenschaftlich nicht belastbar.
FAQ
Je nach Methode reichen die Schätzungen von rund 3,5 Prozent in klassischen Selbstauskünften bis zu etwa 8 Prozent oder mehr in anreizbasierten Verfahren. Über verschiedene Studien hinweg ergibt sich eine Spanne von ungefähr 3 bis 11 Prozent. Wer wissen möchte, wie viele Studierende betrügen, muss deshalb immer die Erhebungsmethode berücksichtigen. Die Contract Cheating Statistik liefert keinen universellen Einzelwert.
Der wichtigste Grund ist Selbstauskunft Underreporting. Direkte Befragungen zu sozial unerwünschtem Verhalten führen häufig zu niedrigeren Angaben. Anreizbasierte Methoden können ehrlichere Antworten fördern und dadurch höhere Werte ergeben. Zusätzlich unterscheiden sich die Definitionen, Stichproben und untersuchten Hochschulsysteme.
Die Dunkelziffer Ghostwriting ist unbekannt. Sie liegt vermutlich über den gemessenen Selbstauskunftswerten, weil nicht alle Fälle entdeckt oder freiwillig angegeben werden. Für Deutschland fehlt derzeit eine belastbare aktuelle Schätzung.
Quellen
- Curtis, G. J. & Clare, J. (2017): „How Prevalent is Contract Cheating and to What Extent are Students Repeat Offenders?“, Journal of Academic Ethics. DOI: 10.1007/s10805-017-9278-x.
- Rundle, K., Curtis, G. J. & Clare, J. (2023): „Why students do not engage in contract cheating: a closer look“, International Journal for Educational Integrity 19(11). DOI: 10.1007/s40979-023-00132-5.
- Forschung & Lehre: „Studierende betrügen öfter als gedacht“.
- „International Predictors of Contract Cheating in Higher Education“ (2022), ergänzender Forschungskontext.
Zuletzt aktualisiert am 26. August 2026 würde Becker Sophia



