Wie viele Studierende nutzen wirklich Ghostwriter?

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Veröffentlicht am 21. August 2026
Aktualisiert am 21. August 2026

Wie viele Studenten nutzen Ghostwriter? Eine Studie mit Ehrlichkeitsanreiz von Curtis et al. (2021) errechnete rund 8 Prozent – die bislang belastbarste Schätzung. Der Wert wurde jedoch für Australien ermittelt und lässt sich nicht eins zu eins auf Deutschland übertragen. Filesharing lag in derselben Untersuchung bei mehr als 11 Prozent.

Wer nach einer verlässlichen Ghostwriting-Statistik sucht, stößt schnell auf widersprüchliche Angaben. Das liegt nicht nur an unterschiedlichen Definitionen, sondern vor allem an einem methodischen Problem: Studierende geben sozial unerwünschtes oder regelwidriges Verhalten in gewöhnlichen Befragungen häufig nicht offen zu. Deshalb lässt sich die Frage, wie viele Studenten Ghostwriter nutzen, nicht allein mit einer anonymen Standardumfrage beantworten.

Die australische Untersuchung ist vor allem deshalb relevant, weil sie dieses Underreporting gezielt berücksichtigt. Ihre wissenschaftliche Bedeutung liegt weniger in der isolierten Zahl von 8 Prozent als in der Methode, mit der die Forschenden eine realistischere Schätzung erhalten wollten.

Wie viele Studierende nutzen Ghostwriter? Forumdiskussion zu Umfragen und der 8-%-Schätzung

Warum Umfragen zum Ghostwriting normalerweise scheitern

Direkte Fragen nach bezahltem Ghostwriting erzeugen häufig zu niedrige Werte. Auch wenn ein Fragebogen anonym ist, können Befragte befürchten, moralisch bewertet zu werden, oder ihr eigenes Verhalten verharmlosen. Je sensibler das Thema ist, desto größer wird das Risiko, dass Selbstauskünfte nicht das tatsächliche Verhalten abbilden.

Hinzu kommt, dass nicht jede Ghostwriting-Statistik dasselbe misst. Manche Studien erfassen ausschließlich bezahlte Auftragsarbeiten. Andere rechnen den Austausch bereits eingereichter Texte, das Umschreiben fremder Arbeiten oder das Einreichen gemeinsam erstellter Aufgaben hinzu. Dadurch entstehen Prozentwerte, die sich nur eingeschränkt vergleichen lassen.

Wenn also gefragt wird, wie viele Studenten Ghostwriter nutzen, reicht eine einzelne Zahl ohne methodischen Kontext nicht aus. Entscheidend ist, wie Ghostwriting definiert wurde, unter welchen Bedingungen die Antworten entstanden und ob die Forschenden den Einfluss sozial erwünschter Angaben kontrollierten.

Gewöhnliche Umfragen können Hinweise auf die Verbreitung liefern. Sie zeigen aber nicht automatisch, wie groß die Differenz zwischen offen zugegebenem und tatsächlich vorkommendem Verhalten ist. Genau an diesem Punkt unterscheidet sich die Curtis-Studie zum Ghostwriting von vielen früheren Erhebungen.

Die Methodik von Curtis et al.: der Ehrlichkeitsanreiz

Die Contract-Cheating-Studie von Curtis et al. bezog rund 4.098 Studierende an sechs Universitäten und sechs unabhängigen Hochschulanbietern in Australien ein. Das Forschungsteam um den Psychologen Guy Curtis von der University of Western Australia verwendete einen sogenannten Ehrlichkeitsanreiz, im englischen Original incentivised truth-telling.

Für jede teilnehmende Person wurde mindestens ein australischer Dollar an eine wohltätige Organisation gespendet. Die mögliche Höhe der Spende hing davon ab, wie ehrlich die Antworten ausfielen. Die Forschenden verbanden eine wahrheitsgemäße Angabe damit nicht mit einer Strafe oder einem persönlichen finanziellen Vorteil, sondern mit einem positiven Effekt für eine gemeinnützige Einrichtung.

Der Ehrlichkeitsanreiz beseitigte das Problem unzuverlässiger Selbstauskünfte nicht vollständig. Er veränderte jedoch die Befragungssituation: Unehrliche oder beschönigende Antworten konnten die mögliche Spende reduzieren. Dadurch entstand ein zusätzlicher Grund, auch sensibles Verhalten offener anzugeben.

Zusätzlich wurden die Ergebnisse mit einer Kontrollgruppe, früheren Umfragen und statistischen Schätzungen verglichen. Dieser Vergleich war methodisch wichtig, weil er sichtbar machte, wie stark gewöhnliche Selbstauskünfte das Verhalten vermutlich unterschätzten. Unter dem Ehrlichkeitsanreiz gaben Studierende 2,5-mal häufiger an, für Ghostwriting bezahlt zu haben.

Die Kontrollgruppe erfüllte dabei eine zentrale Funktion. Ohne Vergleichsbedingung hätte sich nicht beurteilen lassen, ob der Anreiz die Antworten tatsächlich beeinflusste. Erst die Differenz zwischen den Befragungsbedingungen ermöglichte es, das wahrscheinliche Ausmaß des Underreportings abzuschätzen.

Die Curtis-Studie zum Ghostwriting liefert daher keinen einfachen Rohwert aus einem Fragebogen. Der später genannte Anteil wurde rechnerisch aus den beobachteten Unterschieden abgeleitet. Für die Frage, wie viele Studenten Ghostwriter nutzen, ist genau das entscheidend: Die Studie sammelt nicht nur Antworten, sondern berücksichtigt systematisch, dass Befragte sensibles Verhalten verschweigen können.

Sinngemäß: Mit dem Ehrlichkeitsanreiz gaben 2,5-mal so viele Studierende an, für Ghostwriting bezahlt zu haben; daraus errechneten die Forschenden einen Anteil von acht Prozent aller Studierenden. — nach Curtis et al. (2021), via Forschung & Lehre

Das Ergebnis: 8 % Ghostwriting, über 11 % Filesharing

Auf Grundlage der erhobenen Daten errechnete das Forschungsteam, dass rund 8 Prozent der untersuchten Studierenden bezahltes Ghostwriting genutzt hatten. Der Anteil Studierender am Ghostwriting ist damit eine statistische Schätzung und kein direkt abgelesener Selbstauskunftswert. Er beschreibt den australischen Hochschulkontext der Untersuchung und darf nicht als globale Quote verstanden werden.

Mehr als 11 Prozent der Befragten betrieben Filesharing. Gemeint war damit, dass fremde Arbeiten ohne Bezahlung übernommen und als eigene Leistung eingereicht wurden. Filesharing unter Studierenden wurde auch ohne zusätzlichen Ehrlichkeitsanreiz häufiger angegeben. Nach der Einordnung der Forschenden gilt dieses Verhalten unter Studierenden offenbar als akzeptabler als kommerzielles Ghostwriting.

Die beiden Werte messen somit unterschiedliche Formen akademischen Fehlverhaltens. Der geschätzte Anteil Studierender am Ghostwriting lag bei rund 8 Prozent, während Filesharing unter Studierenden mehr als 11 Prozent erreichte. Die Werte dürfen nicht addiert oder zu einer gemeinsamen Quote zusammengeführt werden.

Wie viele Studenten nutzen Ghostwriter? Die methodisch begründete Antwort der Studie lautet: rund 8 Prozent der untersuchten australischen Studierenden. Es handelt sich jedoch um eine rechnerische Schätzung und nicht um die direkte Aussage, dass exakt acht von hundert Studierenden weltweit Ghostwriting verwenden.

Übertragbarkeit auf Deutschland

Die Daten der Untersuchung sind australisch. Für Deutschland gibt es keine aktuellen Ghostwriting-Zahlen, die mit einer vergleichbaren Methode und demselben Ehrlichkeitsanreiz ermittelt wurden. Die 8 Prozent sind daher ein Referenzwert für Australien und keine Deutschland-Zahl.

Auch Marktbeobachtungen, Suchanfragen oder einzelne Verdachtsfälle können diese Forschungslücke nicht schließen. Sie zeigen möglicherweise, dass eine Nachfrage vorhanden ist, beantworten aber nicht zuverlässig, wie viele Studenten Ghostwriter nutzen. Belastbare Ghostwriting-Zahlen für Deutschland müssten auf einer transparenten Definition, einer ausreichend großen Stichprobe und einer Methode beruhen, die Underreporting systematisch reduziert.

Hinzu kommen unterschiedliche institutionelle und rechtliche Rahmenbedingungen. Im australischen Kontext war Ghostwriting verboten, während Filesharing als Grauzone beschrieben wurde. Solche Unterschiede können sowohl das tatsächliche Verhalten als auch die Bereitschaft beeinflussen, dieses Verhalten in einer Befragung zuzugeben.

Die australische Schätzung kann deshalb als methodischer Orientierungspunkt dienen. Sie sollte jedoch nicht verwendet werden, um konkrete Aussagen über deutsche Hochschulen oder alle Studierenden in Deutschland zu treffen.

Für einen deutschen statistischen Kontext bietet der Beitrag über die aktuelle KI-Nutzung Studierender in Zahlen (KI-Monitor 2025) ergänzende Daten. Diese Zahlen sind nicht mit Ghostwriting gleichzusetzen, zeigen aber, wie stark digitale Hilfsmittel inzwischen in den Studienalltag integriert sind.

Ein weiterer Beitrag erklärt, mit welchen Methoden Hochschulen Ghostwriting aufdecken. Dabei geht es um Prüfverfahren und Verdachtsmerkmale, nicht um die Häufigkeit der Nutzung. Nutzung, Nachweisbarkeit und rechtliche Bewertung müssen daher getrennt betrachtet werden.

FAQ

Wie viele Studierende nutzen wirklich Ghostwriter?

Die Contract-Cheating-Studie von Curtis et al. errechnete einen Anteil von rund 8 Prozent. Dieser Wert wurde für Australien ermittelt und ist als statistische Schätzung zu verstehen.

Warum gilt die Zahl als belastbar?

Die Zahl gilt als vergleichsweise belastbar, weil der Ehrlichkeitsanreiz das übliche Underreporting reduzierte. Studierende gaben bezahltes Ghostwriting unter diesen Bedingungen 2,5-mal häufiger zu als in der Vergleichsbedingung.

Gelten die 8 % auch für Deutschland?

Nein. Vergleichbar belastbare Ghostwriting-Zahlen für Deutschland liegen nicht vor. Die 8 Prozent dürfen deshalb nicht als deutscher oder globaler Durchschnitt verwendet werden.

Quellen

Curtis, G. J. et al. (2021): „Moving beyond self-reports to estimate the prevalence of commercial contract cheating: an Australian study“, Studies in Higher Education 47(9), DOI 10.1080/03075079.2021.1972093.
https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/03075079.2021.1972093

Forschung & Lehre (31.08.2021): „Studierende betrügen öfter als gedacht“.
https://www.forschung-und-lehre.de/lehre/studierende-betruegen-oefter-als-gedacht-3972

University of Western Australia: „1 in 10 university students getting away with online cheating“.
https://www.uwa.edu.au/news/Article/2021/August/1-in-10-university-students-getting-away-with-online-cheating

The Conversation: „1 in 10 uni students submit assignments written by someone else – and most are getting away with it“.
https://theconversation.com/1-in-10-uni-students-submit-assignments-written-by-someone-else-and-most-are-getting-away-with-it-166410

Die Fassung folgt den Vorgaben des Briefings zu Umfang, Methodik, australischer Einordnung und Keyword-Verteilung.

Zuletzt aktualisiert am 21. August 2026 würde Becker Sophia

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Becker Sophia
Sophia Becker leitet als Online-Marketing Expertin den ghostwriter-erfahrung.com Blog sowie alle Veröffentlichungen, Änderungen und Sonderaktionen auf unserer Webseite. Darüber hinaus ist sie für die gesamte Öffentlichkeitsarbeit und die Kommunikation mit unseren Medienpartnern zuständig.

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